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Sardinien ist eine der zwei großen Inseln  der italienischen Küste  im  westlichen Mittelmeer. Im Gegensatz zu seinem südlichen Nachbarn Sizilien ist dieses bezaubernde Eiland aber weit weniger  erforscht und viel leerer.

Sardinien liegt zwischen Italien und Nordafrika, etwa 200 km vor der Küste von Lazio. Die nördliche Spitze der Insel liegt nur ein paar Meilen von der französischen Insel Korsika entfernt.
Vielleicht ist es gerade diese geographische Verstrickung  zwischen Italien, Afrika und Frankreich, daß in den vergangenen zwei Jahrtausenden so viele unterschiedliche Völker auf Sardinien eingefallen sind.  Fest steht, daß die Insel seit prähistorischen Zeiten besiedelt ist.

Der Beweise dafür liegt in den bizarren Nuraghen, kegelförmige Steinbauten, die eher wie Bienenstöcke aussehen. Sie wurden hauptsächlich zwischen 500 und 1500  v. Chr. errichtet und dienten offenbar sowohl als defensive Strukturen, als auch als Wohnungen.
Diese alte Kultur hatte ihren Höhepunkt um 1000 Jahre vor Christi Geburt.  Die Tatsache, dass 700 der Nuraghen 3000 Jahre überlebten und bis heute erhalten sind, gibt einen Hinweis auf ihre einstige Macht.

Als die Zivilisationen rund um das Mittelmeer begannen, größere und schneller Schiffe zu bauen, wurde Sardinien das Zielvorhaben für Invasionen. Rund um das achte Jahrhundert v. Chr. waren die Nuraghen im Handel mit den Phöniziern. Um 600 v. Chr. wurden sie von Stämmen aus Karthago überfallen, die den Katzensprung von Nordafrika nach Sardinien wagten. Als nächstes kamen dann natürlich die Römer, die bei einem blutigen Feldzug 176 v. Chr. das sardische Volk beinahe auslöschten, indem sie 25.000 Inselbewohner brutal schlachteten.

Hiermit begann die Tradition der Sarden, die Flucht in die Berge einzuschlagen, vor allem in eine Gegend, die heute als Barbagia  bekannt ist,  und eine traumhaft schöne und abgelegene Bergregion darstellt.
Dies erklärt auch die Anomalie von Sardinien mit schönen sandigen Stränden, aber im Gegensatz dazu sehr wenig Küstendörfer und – städte. Die Küste von Sardinien war zu anfällig für Eindringlinge und  somit ist  Cagliari die einzige große Küstenstadt. Natürlich hat man heute begonnen, die  sardische Küste vor allem in der nordöstlichen Ecke zu entwickeln.

Die bezaubernde Costa Smeralda ist heutzutage der Ort, wo die Reichen ihren Urlaub verbringen. Neben dieser atemberaubenden Küste, gibt es aber noch viele weitere anmutige Plätzchen, die die Ferien auf Sardinien mehr als lohnenswert machen. Dazu gehören natürlich Tempio Pausania, Posada, Orosei, Bosa und Alghero. Landschaftlich herausragend  sind die Costa Verde an der Westküste und das Massiv Supramonte bei Nuoro.
Für kulturell Interessierte sind die Wandmalereien von Orgosolo, die imposante Nuraghenfestung Su Nuraxi bei Barumini und die archäologischen Museen von Cagliari unverzichtbar.